Alte Remise

In der Alten Remise wohnen Sie zentral in der Dresdner Neustadt, dem bunten und quirligen Künstler- und Szeneviertel. Von hier aus können Sie bequem Ihre Erkundungstouren durch Dresden starten. Zu Fuß oder mit der Straßenbahn sind Sie in wenigen Minuten z.B. an der Frauenkirche und an der Semperoper.

Alle unsere Zimmer sind 25 m² groß. Sie verfügen über ein Tageslichtbad, eine Teeküche mit Kühlschrank und über eine kleine Sitzecke, die optisch vom Schlafbereich getrennt ist. So können Sie abends gemütlich in der Sitzecke ein Buch und Ihren Tee genießen, während der Partner vielleicht schon träumt.

Wir begrenzen Ihren Aufenthalt nicht auf die vier Wände. Das Grundstück ist groß und in verschiedenen Bereichen des Gartens findet sich immer ein netter Platz zum Verweilen.

ALTE REMISE
Königsbrücker Strasse 45 / Ecke Eschenstrasse 2
01099 Dresden
Oliver Schlurecke
Tel. 0351 3265721

www.alte-remise.com

Lehrer, Lehrer, nichts als Lehrer

…Und so schickte er uns, als nächsten Mieter, keine Nachfolgerin, sondern einen Nachfolger. Einen Lehrer? Selbstverständlich einen Lehrer! Einen Kollegen aus seiner Schule in der Schanzenstraße. Einen sehr großen, sehr blonden, sehr jungen Mann, der Paul Schurig hieß und noch bei uns wohnte, als ich das Abitur machte. Er zog mit uns um. Er bewohnte lange Zeit sogar zwei Zimmer unserer Dreizimmerwohnung, so dass für die drei Kästners nicht viel Platz übrig blieb. Doch ich durfte in seinem Wohnzimmer lesen und schreiben und Klavier üben, wenn er nicht zu Hause war.

Im Laufe der Zeit wurde er für mich eine Art Onkel. Ich machte meine erste größere Reise mit ihm. In meinen ersten Schulferien. In sein Heimatdorf Falkenhain bei Wurzen bei Leipzig. Hier hatten seine Eltern ein Kurzwarengeschäft und den herrlichsten Obstgarten, den ich bis dahin gesehen hatte. Ich durfte die Leitern hochklettern und miternten. Die Gute Luise, den Schönen von Boskop, den Grafensteiner, die Goldparmäne, die Alexander und wie die edlen Birnen und Äpfel sonst hießen.

Es waren Herbstferien, und wir sammelten im Walde Pilze, bis uns der Rücken wehtat. Wir wanderten bis nach Schiida, wo bekanntlich die Schildbürger herstammen. Und in der Dachkammer weinte ich meine ersten Heimwehtränen. Hier schrieb ich die erste Postkarte meines Lebens und tröstete meine Mutter. Sie brauche beileibe keine Angst um mich zu haben. In Falkenhain gäbe es keine Straßenbahnen, sondern ab und zu höchstens einen Mistwagen, und vor dem nähme ich mich schon in acht.

Erich Kästner, 1957
Aus: Als ich ein kleiner Junge war
Atrium Verlag

Lob des Einschlafens

Man gähnt vergnügt und löscht die Lampe aus.
Nur auf der Straße ist noch etwas Licht.
Man legt sich nieder. Doch man schläft noch nicht.
Der Herr von nebenan kommt erst nach Haus.
Man hört, wie er mit einer Dame spricht.

Nun klappt man seine Augendeckel zu,
und vor den Augen tanzen tausend Ringe.
Man denkt noch rasch ans Geld und solche Dinge.
Im Nebenzimmer knarrt ein kleiner Schuh.
Wenn doch die Dame in Pantoffeln ginge!

Man legt den Kopf auf lauter kühle Kissen
und lächelt in den dunklen Raum hinein.
Wie schön das ist: Am Abend müde sein
und schlafen dürfen und von gar nichts wissen!
Und alle Sorgen sind wie Zwerge klein.

Der Herr von nebenan ist froh und munter.
Es klingt, als ob er ohne Anlaß lacht.
Man hebt die Lider schwer und senkt sie sacht,
und schließt die Augen, – und die Welt geht unter!
Dann sagt man sich persönlich Gute Nacht.

Wenn bloß der Schwarze dieses Mal nicht käme!
Er steigt ins Bett und macht sich darin breit
und geht erst wieder, wenn man furchtbar schreit.
Man wünscht sich Träume, aber angenehme,
und für Gespenster hat man keine Zeit.

Man war einmal ein Kind, ist das auch wahr?
und sagte mühelos: „Mein Herz ist rein.“
Das würde heute nicht mehr möglich sein.
Es geht auch so, auf eigene Gefahr.
Man zählt bis dreiundsiebzig. Und schläft ein.

Erich Kästner, 1928
Aus: Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke, dtv

icon-car.pngKML-LogoFullscreen-LogoQR-code-logoGeoJSON-LogoGeoRSS-LogoWikitude-Logo
Alte Remise

Karte wird geladen - bitte warten...

Alte Remise 51.070190, 13.748920 Ein Lob auf das Einschlafen - In der Alten Remise ein besonders gemütliches.Mehr erfahren