Büchers Best

Bücher Best bietet eine anspruchsvolle Buchauswahl an Literatur sowie Geisteswissenschaften und Kunst in gepflegter Club-Atmosphäre. Von Hand eingerührter Kaffee, Tee und Espresso sind frei und gehören zu unserem freundlichen Verständnis von Gastfreundschaft. Wir beschaffen gerne auch nicht lieferbare Bücher und widmen uns ausgefallenen Wünschen mit Sorgfalt.

Der heimliche Herrscher des Ladens ist Myamoto Musashi, Burmamischling und schönster Ladenkater der Neustadt.

Büchers Best ist, ganz in seinem Sinne, mehr als ein Ort des Warenumschlags. Wir verstehen uns als Refugium für aufgeklärte Minderheiten und Unzeitgemäßes. Als Hort des Harmonischen vor den Zumutungen des Grellen. Als Sozialagentur und Happy-Place. Als zweites Wohnzimmer, Diogenes-Club und Knoten in vielen Netzen.

Nicht zuletzt treten wir als Veranstalter von Lesungen und Konzerten und, durch wechselnde Ausstellungen, auch als Galerie in Erscheinung.

BÜCHERS BEST
Louisenstrasse 37
01099 Dresden
Jörg Stübing

Tel. 0351 – 801508

www.buechersbest.de

Ein Baum läßt grüßen

Man reist von einer Stadt zur andern Stadt.
Vier Schinkenbrote hat man schon gegessen.
Der Zug fährt gut. Die Fahrt geht glatt.
Man rechnet aus, ob man Verspätung hat,
und fühlt sich frei von höhern Interessen.

Man blickt durchs Fenster. Gänzlich ohne Zweck.
Man könnte ebenso die Augen schließen.
Dann schielt man nach dem Handgepäck.
Am Zug tanzt Schnee vorbei. Ein Dorf im Dreck.
Und Rhomboide. Doch das sind sonst Wiesen.

Man gähnt. Und ist zu faul, die Hand zu nehmen.
Man überlegt schon, ob man müde ist…
Die Dame rechts soll sich was schämen!
Wenn ihre Hüften bloß nicht näher kämen!
Wie schnell der Mensch das Müdesein vergißt.

Man überlegt sich, ob man ihr entweiche.
Sie lehnt sich an. Und tut, als wär´s im Traum.
Da sieht man draußen plötzlich eine Eiche!
Es kann auch Ahorn sein. Das ist das Gleiche.
Denn eins steht fest: Es ist ein Baum!

Und da entsinnt man sich. Und ist entsetzt:
Seit zwanzig Jahren sah man keine Felder!
Das heißt, man sah sie wohl. Doch nicht wie jetzt!
Wann sah man denn ein Blumenbeet zuletzt?
Und wann zum letzten Male Birkenwälder?

Man hat vergessen, daß es Gärten gibt.
Und kleine Vögel drin, die abends flöten.
Und blaue Veilchen, die die Mutter liebt…
Und während sich die Dame näherschiebt,
greift man gefaßt zu weitren Schinkenbröten.

Erich Kästner, 1927
Aus: Herz auf Taille
dtv

Geständnis einiger Dichter

Wir sollten lieber mit was andrem handeln!
Das Dichten ist, weiß Gott, nicht mehr modern.
Ach, auf fünf Füßen durch die Neuzeit wandeln,
ist kein Beruf für Herrn.

Wir spielen Harfe auf den eignen Nerven.
Und wenn wir stöhnen, reimt sich das auch schon.
Wir lassen gern mit Steinen nach uns werfen.
Das klingt so schön. Denn Dichter sind aus Ton.

Wir reisen in Gefühl wie Ihr in Seife.
Wir dekorieren jeden Schrei und Schmerz –
geschmackvoll, wie wir sind – mit Kranz und
Schleife.
Und schlachten dreimal täglich unser Herz.

Wir sind, pfui Teufel! eine üble Sorte.
Die Sehnsucht wird bei uns nach Maß bestellt.
Was auch geschieht – wir machen daraus Worte.
Was auch passiert – wir machen es zu Geld.

Erich Kästner, 1946
Aus: Bei Durchsicht meiner Bücher, Atrium Verlag

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