Trollhus

Das Trollhus bietet Massivholzmöbel fürs Leben. Echtes, natürlich riechendes Holz mit einer Maserung, die von Leben zeugt, eingebunden in eine klare Formensprache. Handschmeichelnd feine Oberflächen. Bei uns erhalten Sie Qualität, an der Sie lange Freude haben können, weil sie von Herstellern gefertigt wird, die etwas von Handwerkskunst verstehen.

Sie erleben auf vier Etagen Massivholzmöbel in einer lebendigen Umgebung. Wir möchten Ihnen in unseren Räumen eine Vielzahl von Wohnwelten vorstellen. Beginnen Sie im Erdgeschoss um anschließend das Sandsteingewölbe im Keller, die Beletage und das Dachgeschoss zu erkunden.

TROLLHUS – MASSIVHOLZMÖBEL FÜRS LEBEN
Oliver Schlurecke
Königsbrücker Strasse 45
01099 Dresden
Tel. 0351 8044209
www.trollhus-dresden.de

Weltreise durchs Zimmer

Ihr bindet einen Schleier vors Gesicht
und sagt, ihr müsstet unbedingt verreisen
nach Madagaskar, Schottland oder Meißen.
Wohin, ist Wurst. Nur bleiben dürft ihr nicht.
In eine Tüte stopft ihr dann den Pass,
den Kragenschoner und die Kleiderbürste,
ein Bügeleisen und zwei Leberwürste,
und in die Zwischenräume irgendwas.
Dann seid ihr reisefertig, und ihr müsst
den Tisch behutsam auf den Rücken legen.
Und ihr besteigt das Schiff der Abfahrt wegen,
wobei ihr Herta, die nicht mitfährt, küsst.
Dann schifft ihr fort. Das Tischtuch weht im Wind.
Der Teppich schlägt mit Hertas Hilfe Wellen.
Ihr stoßt auf Rom und kreuzt die Dardanellen,
wo wilde Volksstämme üblich sind.
Das Seekrankwerden lasst ihr besser sein.
Es ist nicht leicht und ruiniert die Sachen.
Ihr braucht die Reise nicht so echt zu machen
und lauft dann schnell in Madagaskar ein.
Das Sofa stellt den Felsenrücken dar.
Dort könnt ihr (wenn die Eltern fort sind) stranden,
sonst ist es klüger, ungestört zu landen.
Am Ufer schreit ihr laut: Wie wunderbar!
Wenn ihr dann eine Zeit lang fröhlich wart,
vom Schrank herab auf Löwen zieltet
und Mutters Zopf für eine Schlage hieltet,
geht ihr zum Tisch, auf dem ihr heimwärts fahrt.
Zu Haus erzählt ihr, wie es euch gefiel:
Erzählt von Sonnenstich und Menschenfressern,
von Nasenringen, Gift und krummen Messern –
doch das ist eigentlich ein neues Spiel!

Erich Kästner
Aus: Das Schwein beim Friseur und andere Geschichten, 1962

Zwölftes Kapitel
Der Erfinder im Schrank • Nicht arbeiten ist eine Schande • Die Mutter gibt ein Gastspiel

Als er am nächsten Morgen den Erfinder wecken wollte, war der schon aufgestanden, gewaschen und angezogen, saß am Tisch und rechnete.
„Haben sie gut geschlafen?“
Der alte Mann war vorzüglicher Laune und schüttelte ihm die Hand. „Das geborene Schlafsofa“, sagte er und streichelte die braune Sofalehne, als handle sich´s um einen Pferderücken. „Muss ich jetzt verschwinden?“
„Ich will ihnen einen Vorschlag machen“, meinte Fabian. „Während ich bade, bringt die Wirtin das Frühstück ins Zimmer, und da darf sie Ihnen nicht begegnen, sonst gibt´s Krach. Wenn sie wieder draußen ist, sind Sie mir wieder willkommen. Dann können Sie ruhig noch ein paar Stunden hierbleiben. Ich werde Sie allerdings allein lassen, weil ich mich um Arbeit kümmern muss.“
„Das macht nichts“, erklärte der Alte. „Ich werde in den Büchern blättern, wenn Sie erlauben. Wohin gehe ich aber, während sie baden?“
„Ich dachte, in den Schrank“, sagte Fabian. „Der Schrank als Wohnstätte, das war bis heute ein Privileg der Ehebruchlustspiele. Brechen wir mit der Tradition verehrter Gastfreund! Ist ihnen mein Vorschlag angenehm?“
Der Erfinder öffnete den Schrank, blickte skeptisch hinein und fragte: „Pflegen Sie sehr lange zu baden?!“
Fabian beruhigte ihn, schob den zweiten Anzug, den er besaß, beiseite und hieß den Gast einsteigen. Der alte Herr nahm seine Pelerine um, setze den Hut auf, klemmte den Schirm unter den Arm und kroch in den Schrank, der in allen Fugen krachte. „Und wenn sie mich hier findet?“
„Dann ziehe ich am Ersten aus.“
Der Erfinder stütze sich auf den Schirm, nickte und sagte: „Nun scheren sie sich in die Wanne!“

Erich Kästner
aus: Fabian | Die Geschichte eines Moralisten, 1931